In der Paarberatung sitzen wir zu dritt. Was Sie zu zweit nicht mehr klären können, bekommt hier einen anderen Rahmen. Ich höre Ihnen beiden zu, ohne mir schon ein Urteil zu bilden, und bleibe dabei ein offenes Gegenüber: Ich frage nach, sage, was mir auffällt, und nehme ernst, wie jeder von Ihnen die Dinge sieht — auch dort, wo Ihre Sichtweisen weit auseinanderliegen.
Ich deute nicht vorschnell, sondern bleibe zurückhaltend, bis sich aus dem, was Sie schildern, ein Eindruck verdichtet — worum es zwischen Ihnen im Grunde gehen könnte und warum Sie mit dem, was Sie bisher versucht haben, nicht weiterkommen. Dabei schaue ich nicht nur auf das, was zwischen Ihnen geschieht, sondern auch auf das, was jeder von Ihnen aus seinem eigenen Leben mitbringt — immer im Blick darauf, was es für Sie als Paar bedeutet. Denn manches wird erst verständlich, wenn beides ineinandergreift.
So können Sie einander wieder als Person begegnen — Sie zeigen sich, hören einander und können antworten. Und wenn deutlich wird, worauf es ankommt und was sich konkret ändern soll, schauen wir auf die nächsten Schritte, die es dafür braucht.