Sie müssen zu Beginn weder genau wissen, was mit Ihnen los ist, noch schon die richtigen Worte dafür haben. Wir gehen von dem aus, worunter Sie leiden und was in Ihrem Leben immer wieder schwierig wird. Ich versuche zu verstehen, wie Sie solche Situationen erleben, was darin schwer auszuhalten ist und wo Sie im Umgang damit immer wieder an Grenzen stoßen.
Ich höre aufmerksam zu und halte mich mit vorschnellen Deutungen oder Lösungen zurück. Zugleich bringe ich mich als wahrnehmendes Gegenüber ein: Ich frage nach, helfe zu ordnen und spreche an, was mir auffällt. Je nach Situation kann es hilfreich sein, Widersprüche oder vertraute Reaktionsweisen in den Blick zu nehmen, die heute eher im Weg stehen als schützen. Dabei geht es nicht darum, Sie zu korrigieren, sondern gemeinsam zu prüfen, was Ihrem Erleben und Ihrer Situation gerecht wird. Ich achte darauf, den roten Faden zu halten, ohne Ihnen abzunehmen, was Ihre eigene Wahrnehmung, Stellungnahme und Entscheidung bleiben muss.
Diagnosen und Symptome werden ernst genommen, bestimmen aber nicht allein, woran wir arbeiten. Biografische Erfahrungen, innere Konflikte und Beziehungsmuster kommen dort in den Blick, wo sie das gegenwärtige Leiden verständlicher machen. Dieses Verstehen ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für Veränderung. In der Therapie wird deshalb versucht, Zusammenhänge nicht nur gedanklich zu erfassen, sondern sie auch im eigenen Erleben nachvollziehbar werden zu lassen. Daraus kann mehr Spielraum im Erleben und Handeln entstehen: Gefühle genauer wahrzunehmen und mit ihnen anders umzugehen, fest gewordene Reaktionen zu verändern und eine eigene Position zu dem zu finden, was Ihre Situation von Ihnen verlangt.